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Wanderausstellung Geschlechtersensible Medizin

Geschlechtersensible Medizin ist eine überfällige Garantie für eine moderne medizinische Diagnostik und Therapie mit erhöhter Sicherheit für Patienten und Patientinnen. Männer und Frauen unterscheiden sich in biologischer Hinsicht durch die unterschiedliche chromosomale Ausstattung ihrer mehr als 30 Billionen Körperzellen, was sich auf Ursprung, Verlauf, Prognose und Behandlungsoptionen von auftretenden Krankheiten auswirkt. Der soziokulturelle Unterschied zwischen Männern und Frauen mit Rückwirkung auf den medizinischen Alltag ist ebenso nicht zu vernachlässigen: ein Herzinfarkt kann (muss aber nicht!) bei Frauen andere Symptome zeigen (deren Unterschiede ursächlich noch unbekannt sind) und folgt damit einem biologischen Unterschied. Ein Zögern, die Beschwerden ernst zu nehmen in Anbetracht häuslicher Verpflichtungen besser abzuwarten wäre ein typisches Zeichen einer soziokulturellen Situation. Der Herzinfarkt und seine Besonderheiten sind i im Laufe der letzten 20 Jahre fast schon als Allgemeinwissen in der Bevölkerung verankert, viele andere und häufig vorkommende Erkrankungen sind es nicht.


Foto: Diana Falke

Eine niedrigschwellige Posterausstellung, konzipiert als Wanderausstellung für Orte mit viel Publikumsverkehr will einen Beitrag zur Information über geschlechtssensible Medizin für die Bevölkerung leisten. Die Poster wurden von Ärztinnen erstellt, diskutiert und dann grafisch gestaltet, sodass eine insgesamt ansprechende Ausstellung zustande kam. Initiiert wurde die Wanderausstellung vom Deutschen Ärztinnenbund (DÄB), vertreten durch Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, und von der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V. (DGesGM), vertreten durch die Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland; finanziert wird sie von der Margarete-Ammon-Stiftung. 

Die Ausstellung umfasst 13 großformatige Poster, die in allgemeinverständlicher Sprache die Geschlechterunterschiede in 10 unterschiedlichen medizinischen Bereichen, aber auch Themen wie den Einfluss von Umweltfaktoren auf unsere Gesundheit thematisieren. Bemerkenswert ist zudem die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen, wie etwa die medizinische Ausbildung oder die Neubesetzung von Führungspositionen durch Frauen in der Medizin. Die Wissenslücke zu den Geschlechterunterschieden in der Medizin (Gender Data Gap) ist groß. Daher ist die Bekanntmachung des Wissenschaftsjahrs „Frauengesundheit“, ausgerufen vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Datenlage in Deutschland.

Am 06. März 2026 gab Gesundheitsministerin Nina Warken im Bundesministerium Gesundheit (BMG) in Berlin den Startschuss für die Wanderausstellung.

Mit ihrer Eröffnungsrede setzte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ein wichtiges Signal. „Lange Zeit galt in der Medizin der männliche Körper als Norm. Heute wissen wir: Krankheiten äußern sich unterschiedlich, Medikamente wirken unterschiedlich, Risiken verteilen sich unterschiedlich – je nach biologischem Geschlecht Lebensrealitäten. Wer und sozialen diese Unterschiede ignoriert, riskiert Fehldiagnosen, verspätete Behandlungen und vermeidbares Leid. Deshalb freut es mich sehr, dass wir die Ausstellung „Geschlechtersensible Medizin“ hier im BMG zu Gast haben. Sie macht deutlich, wo wir stehen in Sachen Frauengesundheit – und wo wir noch besser werden müssen.“

Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk richtete ebenfalls einige Worte an das Publikum: „Man kann das gar nicht hoch genug einschätzen, dass im Bundesministerium für Gesundheit und durch Ministerin Warken große Anstrengungen gemacht werden, Fortschritte in der Erforschung von Frauengesundheit zu machen, dass Projekte angestoßen werden.“


Prof. Dr. med. Ute Seeland eröffnet die Wanderausstellung Geschlechtersensible Medizin in Magdeburg, Foto: Diana Falke

Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland, Inhaberin des ersten Lehrstuhls für geschlechtersensible Medizin in Magdeburg, fügte hinzu: „Diese Ausstellung zeigt, wie wichtig ein differenzierter, geschlechtersensibler Ansatz in der Prävention und Versorgung ist. Wir müssen in Zukunft weg von der organbezogenen Medizin hin zu einem mehr systembiologischen Ansatz, der den ganzen Menschen im Blick hat. Dadurch ersparen wir den Betroffenen viel Leid.“

Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) vertritt seit 1924 die Interessen von Frauen im Arztberuf und setzt sich regional, national und international für bessere Rahmenbedingungen für Ärztinnen sowie für eine stärkere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte in Medizin und Forschung ein. Die Arbeit des DÄB umfasst Leadership, aktive Interessensvertretung, Fortbildung und Coaching sowie strategische Partnerschaften – u. a. als Mitglied der Medical Women's International Association (MWIA) und des Deutschen Frauenrats.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin (DGesGM) ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich für die stärkere Berücksichtigung von Geschlecht und Gender in Medizin, Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung einsetzt. Ziel der DGesGM ist es, durch Forschung, Fortbildung, wissenschaftlichen Austausch und Öffentlichkeitsarbeit eine geschlechtersensible und personalisierte Medizin zu fördern und so zu einer gerechteren Gesundheitsversorgung für alle beizutragen.

Die geschlechtersensible Medizin fasst allmählich Fuß in Deutschland. Die Defizite in der universitären Lehre (Bild 1) und die krasse Unterrepräsentanz von Frauen in klinischen Führungspositionen (Bild 2) sind für die Thematik relevante Probleme, die bearbeitet werden müssen. Inhaltliches Beispiel der Ausstellung ist ein Bild zum Herzinfarkt  und dem Takotsubo Syndrom (Bild 3).