Bio Verbände in Bayern 2019
Bio Verbände in Bayern 2019
Empfänger: 

Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Bayern ist in den letzten 30 Jahren um das Zwölffache gestiegen, mit rund 9.900 Betrieben im Jahr 2019. Ca. 67% der Bio-Betriebe sind in den Öko-Verbänden Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter organisiert. Diese garantieren mit ihren Richtlinien für Erzeugung und Verarbeitung von Öko-Lebensmitteln einen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehenden Standard, und damit eine besonders nachhaltige Lebensmittelproduktion und Bewirtschaftung bayerischer Böden. Die Bildungsarbeit der Verbände erreicht eine breit gefächerte Zielgruppe von VerbraucherInnen, ErzeugerInnen, verarbeitenden Unternehmen sowie MultiplikatorInnen des Ökolandbaus. Angesprochen werden im Rahmen der Maßnahmen des Jahres 2019 insbesondere: SchülerInnen & Studierende, ebenso im Rahmen der Erwachsenenbildung landwirtschaftliche BetriebsleiterInnen und Menschen aus Forschung und Praxis im ökologischen Landbau. Die Zukunftsstrategie der Bio-Verbände liegt dabei in der Erleichterung des Zugangs zur Öko-Landwirtschaft, insbesondere dort, wo bspw. staatliche Angebote fehlen oder begrenzt sind, sowie in der Erhaltung der Leistungsfähigkeit der ökologischen Agrarsysteme und in der entsprechenden Begleitung der Betriebe bei einer zukunftsfähige Entwicklung.

Bio Verbände in Bayern 2018

Projektbeschreibung: 

Die Dualität der Ökologischen Landwirtschaft und ihre gesamtgesellschaftliche Bedeutung

Der Ökolandbau produziert mit seiner Orientierung am Prinzip der Nachhaltigkeit einerseits ressourcenschonende und umweltverträgliche Lebensmittel, andererseits erbringt er in seiner doppelten Funktionalität gesamtgesellschaftlich relevante Leistungen. Beispiele sind die Erhaltung der biologischen Vielfalt und andere positive Umweltleistungen, zum Beispiel der Gewässerschutz durch Verzicht auf mineralische Stickstoffdüngung und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Im Ökolandbau sind diese Faktoren systemrelevant. Damit arbeitet der Ökolandbau zugunsten der gesellschaftlichen und ländlichen Entwicklung, der öffentlichen Gesundheit und des Tierschutzes. Die Doppelwirkung zur gesunden Ernährung der Gesellschaft zeigt sich auch beim Klimaschutz. Der Ökolandbau erhält den Kohlenstoffspeicher im Boden. Schon geringe Veränderungen des Vorrats an organischem Bodenkohlenstoff durch Landnutzungsänderungen oder veränderte Bewirtschaftungsmaßnahmen können die CO2-Konzentration in der Atmosphäre erheblich verändern. 

Dass die Zukunftsstrategie der Öko-Verbände den Anforderungen der Zeit entspricht, zeigten jüngst das bayerische Volksbegehren zur Artenvielfalt und die Forderungen der jüngsten Generation im Rahmen der Fridays for Future-Bewegung.
Ein Schwerpunkt der Aktivitäten der Öko-Verbände liegt in der Bildungsarbeit. Im Fokus steht, den Zugang zur Öko-Landwirtschaft zu erleichtern und die Leistungsfähigkeit der ökologischen Agrarsysteme und damit die unabdingbare ökonomische Attraktivität sicherzustellen. 

Mit dem Bewusstsein, dass wir nicht nur auf dem Boden, sondern vor allem vom Boden leben, konzentrieren sich die Öko-Anbauverbände auf die fachliche Begleitung von LandwirtInnen, SchülerInnen, InteressentInnen und Akteuren des Ökolandbaus aus Wissenschaft und Praxis.

Dank der Unterstützung durch die Margarete-Ammon-Stiftung seit dem Jahr 2018 können die genannten Bio-Verbände ein umfassendes Bildungsengagement zeigen und den Ideen im Ökolandbau weiter Raum zum Wachsen geben. Eine Entwicklungstendenz in dem jungen Projekt zeigt sich bereits jetzt, mit den zu Beginn forcierten Umsteller- und Feldtagen, übergehend in diesjährig noch tiefgreifendere Maßnahmen wie Bodenpraktikerkurse, Fachexkursionen oder Field Schools. Damit soll den Zielgruppen im Laufe ihrer Ökologisierung mit den jeweils für sie wichtigen Fach- und Methodenkompetenzen zur Seite gestanden werden, um langfristig eine funktionelle Wegbegleitung möglich zu machen.

Inhalte der Maßnahmen

Modul 1: Unterricht an Fachschulen für Ökologischen Landbau und an Landwirtschaftlichen Fach- und Berufsschulen
Inhalte: Zielgruppenbezogener Unterricht zur Praxis des ökologischen Landbaus

Modul 2: Aufbau einer eigenständigen Ausbildung zur/m biologisch-dynamischen LandwirtIn bzw. GärtnerIn
Inhalte: Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es bisher in Bayern keine Form der freien Ausbildung für biologisch-dynamische Inhalte in der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Ausbildung. In der Generierung von Ideen zur Gestaltung und Skizzierung von Möglichkeiten und Herausforderungen seitens praktizierender Betriebe wurde der Grundbaustein für eine Etablierung dieser Bildungsmaßnahme gelegt und der Initiativkreis Freie Ausbildung gegründet. Ziel ist es, ein dreijähriges duales Ausbildungssystem im Sinne der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise zu schaffen, mit Einzug von natur- und geisteswissenschaftlichen Hintergründen in diese Ausbildung.

Modul 3: Fachexkursionen
Inhalte: Diese Fortbildungsmaßnahme richtete sich einerseits an BerufsschülerInnen im Gartenbau, bei der in Südbayern 60-80% der Auszubildenden ihre Ausbildung auf einem ökologischen Gemüsebaubetrieb absolvieren. Die Lehrinhalte der beruflichen Schulen spiegeln diesen Fachbereich jedoch zu wenig wider. Hierzu entstand 2017 die Idee, gemeinsam mit der Berufsschule für Gartenbau in München die Vermittlung ökologischer Fachkenntnisse im Gemüsebau mittels Exkursionstagen zu organisieren.
Ebenso richteten sich Fachexkursionen an praktizierende BetriebsleiterInnen und LandwirteInnen sowie JunglandwirteInnen. Die Optimierung von Bewirtschaftungssystemen, Diversifizierungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft, Vermarktungsalternativen, Vermittlung fachlichen Spezialwissens als auch anwendungsbezogene Bewirtschaftungsalternativen fanden hier fachlich Einzug.

Modul 4: Bodenpraktikerkurse
Inhalte: Die neuntägig konzipierten Kurse für LandwirteInnen werden von anerkannten Experten für Boden und Bio-Landbau aus Wissenschaft, Beratung und Praxis geleitet. Hier steht die fachliche und praxisorientierte Weiterbildung im Bereich der Bodenbewirtschaftung und Bodenfruchtbarkeit im Vordergrund. 

Modul 5: Field Schools
Inhalte: Schwerpunktmäßig steht hier nicht der Wissenstransfer seitens der Beratung im Focus, sondern werden die Netzwerkbildung für Betriebe sowie der Austausch zwischen Forschung und Praxis gefördert, um Innovationen möglichst gleichmäßig auf die entsprechende Zielgruppe zu verteilen. Die überschaubaren Gruppengrößen ermöglichen einen dynamischen Austausch. Die Field Schools leisten einen äußerst modernen und zeitgemäßen Beitrag im Kontext der Wissensvermittlung.

Modul 6: Naturschutz/Biodiversität/Landschaftsschutz
Inhalte: Die Naturschutzberatung in Bayern muss über Projekte finanziert werden. Aus dem Selbstverständnis der ökologischen Wirtschaftsweise heraus sollen die Biodiversität, Artenvielfalt usw. gefördert werden. Den Betrieben wird Hilfestellung im Rahmen von Informationsmaterial und persönlichen Beratungsgesprächen geboten. Ein erfolgreiches Projekt im Rahmen dieser Initiative ist beispielsweise die Förderung von Ammon-Wiesen, bei welcher der Förderbeitrag der Stiftung den Betreiben in Form von Saatgut zugutekommt.

Modul 7: Betriebsindividuelle Umstellungsberatung
Inhalte: Hier soll Betrieben der Zugang zum ökologischen Landbau ermöglicht werden. Die Initiative dient zugleich der Sicherstellung der Versorgung heimischer Abnehmer mit Bio-Waren durch gezielte Gewinnung neuer heimischer Bio-Betriebe.
Die Zusammenführung der betrieblichen Ausgangssituation mit der Zielsituation, die Erschließung von Vermarktungswegen, Fördermöglichkeiten und produktionstechnische Rahmenbedingungen sind einige der angesprochenen Themenfelder in diesem betriebsspezifischen Beratungsangebot
 

Informationen

www.biokreis.de
www.bioland.de
www.demeter.de
www.naturland.de

Ansprechpartner

Frau Corinna Schubert
Koordination der Beratung

Biokreis Erzeugerring Bayern e.V.
Stelzlhof 1
94034 Passau
T: 0851 / 756 50 - 20
F: 0851 / 756 50 - 25
schubert@biokreis.de